Herbst ist Wanderzeit. Und wo lässt sich der Weißjura besser erkunden und mit kulturellen Höhepunkten verbinden als im Oberen Donautal, rund um das altehrwürdige Kloster Beuron.
Deshalb haben wir eine geologische Streckenwanderung vorbereitet, die von Fridingen nach Beuron führt. Sie verbindet die wichtigsten Weißjura-Aufschlüsse, führt vorbei an Schwammkalkfelsen, der Donauversickerung und mehreren hervorragenden Aussichtspunkten. Die Strecke ist landschaftlich schön und zeigt viele unterschiedliche Oberjura-Gesteine und Fazies.
Mit 25 Kilometern ist die Wanderung in einer Zeit von 7-9 Stunden zu bewältigen. Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll.
Die Wanderung beginnt am Bahnhof Fridingen und endet beim Kloster Beuron.
Den Abschluss der Wanderung bildet 6. das Kloster Beuron. Unbedingt besuchen: Das Kloster Beuron (Erzabtei St. Martin) wurde erstmals 1077 urkundlich erwähnt und war ursprünglich ein Augustiner-Chorherrenstift. Heute gehört Beuron zu den bedeutendsten Benediktinerabteien Deutschlands.
Übersicht der sechs Stationen:
| Nr. | Station | Stratigraphie | Ammonitenfauna |
|---|---|---|---|
| 1 | Laibfelsen / Stiegelesfels | Oberjura-Massenkalk; genaue Einheit zu prüfen | Keine gesicherte lokale Artenliste |
| 2 | Knopfmacherfelsen | Unterer Massenkalk, etwa Weißjura δ | Keine horizontierte lokale Artenliste |
| 3 | Donauversickerung | Verkarstete Oberjura-Kalke | Keine gesicherte lokale Artenliste |
| 4 | Ruine Kallenberg | Oberjura-Kalkfelsen; genaue Formation zu prüfen | Keine gesicherte lokale Artenliste |
| 5 | Schloss Bronnen | Massenkalk und benachbarte Zementmergel-Formation | Ammoniten grundsätzlich möglich; lokale Artenliste offen |
| 6 | Kloster Beuron | Oberjura-Massenkalk und Untere Felsenkalke in der Umgebung | Rasenia (Eurasenia) frischlini aus Beuron dokumentiert |
Die Zuordnung des Knopfmacherfelsens und der Zementmergelschüssel bei Schloss Bronnen ist durch das LGRB ausdrücklich beschrieben. Auch für den Petersfelsen südöstlich des Klosters Beuron sind Untere Felsenkalke nachgewiesen.
Wichtige Literatur zur Ammonitenfauna, Geologie und Kultur des Oberen Donautals:
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (2011): Entlang der Oberen Donau. Vom Schwarzwald durch die Schwäbische Alb bis Ulm. Wanderungen in die Erdgeschichte, Band 29, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 160 Seiten. ISBN 978-3-89937-141
Gwinner, M. P. & Hafner, G. (1995): Erläuterungen zu Blatt 7919 Mühlheim an der Donau. Geologische Karte von Baden-Württemberg 1:25.000, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 139 Seiten.
Hahn, W. (1968): Erläuterungen zu Blatt 7920 Leibertingen. Geologische Karte von Baden-Württemberg 1:25.000, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 106 Seiten.
Schweigert & Ebel (1999): Der stratigraphisch jüngste Nachweis der Ammonitengattung Gregoryceras (Oberjura, Bimammatum-Zone). Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Monatshefte, S. 95–100
Schweigert, G. (1998): Die Ammonitenfauna des Nusplinger Plattenkalks (Ober-Kimmeridgium, Beckeri-Zone, Ulmense-Subzone, Schwäbische Alb). Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, Band 267, S. 1–61. Wissenschaftliche Arbeit mit zwölf Fossiltafeln.
Krins, H. (2024): Beuron an der Donau. Geschichte, Kirche und Kloster, Mönche und Werke, Ort und Umgebung. 3., aktualisierte Auflage, Kunstverlag Josef Fink, 80 Seiten. ISBN 978-3-89870-167-9.
Heim, A. (2020): Museum Oberes Donautal. Ifflinger Schloss, Fridingen a. D. Gmeiner-Verlag, 64 Seiten. ISBN 978-3-8392-2888-3.
