Nächstes Projekt: Aulacostephanus

Die Worte eines Sammelkollegen klangen lange nach: „In unserer Gegend sind Aulacostephanen selten.“ Diese schönen, evoluten Ammoniten fielen mir beim durchstöbern eines Nachschlagewerks auf und wie es dann einmal so ist: die angebliche Seltenheit macht Ammoniten für einen Sammler umso begehrlicher.

Das nächste Projekt im Weißjura der Südwestalb war also gesetzt und man kann sagen, es war eine Annäherung „von unten herauf“. Denn zunächst suchte ich in der Mutabilis-Zone des Mittel-Kimmeridgiums nach Aulacostephanen.

Da dies zu keinem Erfolg führte, arbeitete ich mich Schicht für Schicht weiter hoch – bis ich in der Eudoxus-Zone an die ersten Funde stieß und hier ist die Artbezeichnung Aulacostephanus exodus gleich namensgebend für die ganze Zone. Die meisten Funde ereigneten sich allerdings in der darüber liegenden Pseudomutabilis-Zone.

Aulacostephanen sind in der Paläontologie gut beschrieben. Sie verfügen über ein evolutes Gehäuse mit starker Rippenstruktur. Anders als beim Vorläufer Rasenia enden die Rippen am Venter und überqueren ihn meist nicht. Die Flanken sind flach und mein größter derartiger Ammonit ist ein Aulacostephanus pinguis mit 22cm – es geht aber auch noch größer.

Wie Günter Schweigert ausführt, waren Aulacostephanen bisher vor allem aus der Unteren-Felskalke-Formation bekannt, also dem Malm delta: „Mittlerweile sind jedoch auch aus der Oberen Felsenkalk-Formation und sogar aus den noch jüngeren Liegenden Bankkalken und Zementmergeln… einige Einzelfunde bekannt geworden“ – gemeint ist der sehr seltene Aulacostephanus yo.

Text/Fotos: Stephan Hack

Literatur:

Baier, Johannes und Schweigert, Günter: Zum Vorkommen von Aulacostephanus yo im Schwäbischen Jura (Ober-Kimmeridgium, SW-Deutschland), Stuttgart 2001.

Schlampp, Victor: Malm-Ammoniten – ein Bestimmungsatlas. Korb 1991.