Ausflug in den Weißjura. Nach einer Pause von zehn Jahren scheint es wieder an der Zeit für Fossilien aus Oxfordium, Kimmeridgium und Tithonium – so die Bezeichnungen der stratigraphischen Stufen im Weißjura. Doch wo sammeln?
Im Gebiet der Südwestalb gibt es zahlreiche Steinbrüche und natürliche Aufschlüsse. Sie reihen sich am Albtrauf aneinander wie Perlen an einer Kette.
Was für Sammler paradiesisch anmutet, hat einige Haken: Einige Steinbrüche sind noch in Betrieb und der Zutritt daher streng verboten. Glaubt man dann irgendwann eine geeignete Stelle gefunden zu haben, kann die Ausbeute an Fossilien trotzdem enttäuschend sein – vor allem, wenn man in der Wohlgeschichteten-Kalke-Formation im Unter-Kimmeridgium sucht.
Hier gehen Sammler nicht selten mit leeren Händen nach Hause, denn diese Schichten sind in manchen Abschnitten nahezu fossilleer.
Also erinnerte ich mich an die Fundorte, die ich früher besuchte. Immer den Spruch eines Sammlerkollegen im Kopf: „Im Weißjura füllst du schnell deine Regale.“ Besonders zutreffend ist dieser Satz in der Untere-Felskalke-Formation im Mittel-Kimmeridgium. Beginnend in der Mutabilis-Zone arbeitete ich mich durch die Eudoxus-Zone bis hoch in die Pseudomutabilis-Zone – Gesamthöhe etwa 3 Meter. An einer gut aufgewitterten Stelle kamen zahlreiche Ammoniten der Gattungen Ochetoceras, Taramelliceras, Aspidoceras, Glochiceras, Physodoceras und Pseudowaagenia sowie Aulacostephanus zum Vorschein. Dazu Muscheln und Brachiopoden, deren Namen ich nicht kenne.
Gerade von den seltenen Aulacostephanoceraten stieß ich auf diverse Arten: eudoxus, pinguis, eulepidus, desmonotus, quenstedti und pseudomutabilis. Ein schönes Exemplar mit starken Flankenrippen stellte ich der Sammlergemeinde in Facebook vor: der Ammonit erntete zahlreiche „Likes“
Text/Fotos: Stephan Hack
